Einen Blog zu führen zählt vielleicht nicht mehr ganz zu den angesagtesten Wegen.
Schnelle Videos mit KI-getrimmtem Inhalt auf den Social-Media-Kanälen bedienen, konsumieren und befeuern scheint hingegen eher etwas zu sein das der größte Teil der heutigen Menschen in ihrer Schnelllebigkeit wählt.
Doch ich glaube fest daran, dass es anders und auch gehaltvoller geht. Denn ich stelle fest, dass ich und viele andere immer weniger in schnelle Konstrukte und Medien tiefer hineinwachsen möchten.
Ganz im Gegenteil: Wir möchten sogar viel lieber aus ihnen herauswachsen.
Das zumindest deute ich aus der Symptomsprache von immer mehr rebellierenden Körpern und Seelen um mich herum.
Spätestens dann, wenn dein Körper dich gefühlt auf null zurücksetzt, ist die Zeit gekommen in eine nachhaltige Entschleunigung zurückzufinden.
Zur Hochzeit meiner Schmerzen und meiner Erschöpfung konnte ich Video-Reels oder aufwendige Beiträge auf Instagram weder generieren noch anschauen. Ich konnte das Handy nicht mehr bedienen und war um jede Nachricht und jeden Anruf weniger dankbar.
Das war im Nachhinein auch eines der Geschenke auf dessen Spur ich geführt wurde.
Das großartige Thema ‘ Welches Geschenk bringt dir deine Krankheit wirklich? ’ und wie wichtig die Entschlüsselung dieses besagten Geschenkes ist, deutete ich bereits im Blogbeitrag #1 an.
Nun, meine „Krankheit“ legte mir das Geschenk des Rückzugs aus all meinen mir auferlegten Verpflichtungen und Verflechtungen vor die Füße. Offensichtlich konnte ich mir das ohne sie noch nicht erlauben. Ich war zu beschäftigt!
Warum tippe ich inzwischen wieder auf herkömmliche Tasten, verfasse Blogbeiträge und schreibe auch aktiv wieder an meiner Poesie und meinem Buch weiter?
Das Geheimnis liegt im besagten Geschenk des Rückzugs und der aufgrund dessen erhaltenen Zeit sowie in einer entschleunigteren Betrachtung der mir gegebenen Zeit. Es liegt an der inneren tieferen Erkenntnis, wie wertvoll Lebenszeit ist und der persönlichen Klarheit darüber, dass ich sie weniger denn je ans oberflächliche und schnelllebige Datennetz verschwenden möchte.
Es geht mir im weitesten Sinne um Substanz. Um das ‘ Weniger ist mehr ’. Um den Mut zur Entschleunigung in einer sich immer mehr beschleunigenden Welt.
Entschleunigung im Alltag war nicht immer meine Stärke. Mein astrologisches Doppelfeuer treibt mit an, doch es kann auch ein Ausbrennen befeuern. Ich darf lernen mich zu mäßigen. Die entschleunigte Zeit bewusster wahrzunehmen.
In dieser verlangsamten und wohl dosierten Zeit zu reflektieren und etwas niederzuschreiben, das mich tief bewegt und dadurch mich wie hoffentlich auch dich gleichermaßen nährt. Es geht darum diesen Blog aus dem Inneren heraus zu gebären und dies Teil meines Genesungsprozesses werden zu lassen. Das gibt mir Kraft, Mut und eine neue Art inneren Frieden.
Eine Tür für diejenigen unter meinen Lesern und Freunden zu öffnen, die gerne aus den angesagten Mühlen dieser Zeit heraustreten und sich Raum nehmen wollen etwas KI-unfiltriertes zu lesen und die sich davon inspirieren lassen wollen was einen Mitmenschen wirklich bewegt und was er in einer intensiven und schwierigen Phase seines Lebens erlebt und was er aus der Tiefe seines Seins dabei mitzuteilen hat, schenkt mir Sinn.
Dieser Blog gewinnt immer mehr an Bedeutung. Er entwickelt sich für mich zu so etwas wie einer persönlichen Zeitachse samt Reflexionsfeld der inneren und äußeren Wandlung.
Geschrieben ist – in der Regel – noch lange nicht veröffentlicht.
Ohne die Unterstützung meines Sohnes, der mir die Plattform und das technische Drumherum schuf und mir seine Zeit, Geduld und Ermutigung schenkte, hätte ich das mit dem Blog in meinem aktuellen Zustand höchstwahrscheinlich nicht hinbekommen.
Die Unterstützung meines Partners, der mich in Momenten des Zweifels und der körperlichen Rückschläge immer wieder bestärkte und mir zu verstehen gab, dass das, was ich schreibe, wichtig ist hat mir sehr dabei geholfen mich auch in schweren Momenten immer wieder zu zentrieren und neu auszurichten.
Für meinen noch schmerzenden, an manchen Stellen unbeweglichen Körper ist so vieles was für andere Menschen „normal“ ist immer noch eine sehr große Herausforderung. Geduld, Langsamkeit und viele Pausen sind etwas, das ich seit 2 Jahren in meinem Alltag kultivieren darf.
Was macht mich glauben, dass ich erneut fit und stabil werde?
In allererster Linie ist es mein wieder erwachter starker Wille, den ich fühle. Die tiefe innere Entscheidung, in mein aktives Lebensgefühl zurückfinden zu wollen. Auch wenn es sich manchmal fast wie ein Widerspruch zur Geduld und Langsamkeit die ich parallel üben darf anfühlt. Aber genau diesen Spannungsbogen auf natürliche Art und Weise surfen zu lernen, ist für Menschen mit chronischen Schmerzen und strapaziertem Nervensystem immens wichtig.
Muskulär betrachtet, geht es darum wieder mehr Flexibilität zu erlangen und das eigene konzentrisch-exzentrische Spektrum der Muskeln, Faszien und des Bindegewebes bewusst wahrzunehmen und Schritt für Schritt in seine natürliche Funktionalität zurückzuführen.
So wie mein Geist zwischen poetischer Aktivität und weltlich-sinnvollen Wortgeflechten tanzt, meine Seele zwischen der materiellen Endlichkeit und der Ewigkeit ihre Wirksamkeit erfährt, gilt es für meinen Körper seine Resilienz zwischen Regeneration und Aktivierung neu zu gestalten.
Ich befinde mich nun seit fast zwei Monaten in einem Regenerationsprozess. Das bedeutet für mich sehr viel bewusste Ruhe- und Fühlräume zu betreten. Die Körperwahrnehmung vor allem auch außerhalb des dysregulierten Zustandes zu schärfen. Nicht pushen und keine forcierten Dehnungen und Massagen machen, damit es vermeintlich schneller geht, damit ich schnell wieder fit werde, anstreben. Denn ein sich bereits am Limit seiner Resilienz befindlicher Körper wird durch Dehnung des Gewebes zusätzlich gestresst. Massagen sind oftmals zu viel und jeder Therapeut hat nicht immer ein Händchen einen sensiblen Körper abzuholen. Deshalb habe ich nach vielen Versuchen und schwierigen Erfahrungen, die mich teilweise für Wochen und Monate ausgenockt haben, aufgehört zu viel Verschiedenes zu nah aneinander ausprobieren zu wollen.
Ich konzentriere mich im Augenblick auf wenige somatische Übungen. Auf essentiellen körperlichen Strukturaufbau meiner biomechanischen ins Ungleichgewicht geratenen Basis. Ich konzentriere mich auf meinen Atem und vor allem auf meine Atempausen. Auf gesunde natürliche Ernährung. Natur. Auf Klarheit in meinem Geist. Auf Präzision in meiner Sprache. Ihre Semantik und Ehrlichkeit.
Zusammengenommen ist auch das schon viel und klappt nicht immer gleich gut. Ich bin oftmals frustriert, wenn Rücken und Nacken wieder schmerzen, wenn der Schwindel wiederkommt und ich doch noch nicht kann was ich mir vorgenommen habe. Es ist oftmals ein Tanz am Grat ‘ Wie viel ist zu viel und wie viel zu wenig? ’. Das gilt es immer wieder neu auszuloten.
Ich spüre dabei leider immer noch mehr ‘ TraumAkörper ’ als Traumkörper und weiß, dass ich erst dann über gewisse Berge drüber bin wenn ich fühlbare Stabilität auch in kritischen Situationen wieder ‘ Mein ’ nennen kann. Doch noch bin ich nicht ganz dort.
Ich bin noch zart und zerbrechlich und es fällt mir nicht immer leicht dies anzunehmen.
Deshalb darf ich tief fühlen, beobachten und mich in Geduld üben. Nicht aufgeben und an jedem einzelnen Tag, egal wie er sich mir präsentiert, meinen Willen für ein aktives körperlich fittes Leben ins Feld rufen und weiterhin meine Freiheit und Beweglichkeit als meine Priorität deklarieren.
Ich glaube daran, dass ich das schaffen werde, dass ich wieder fit, aktiv und schmerzfrei sein werde.
Die persönliche Einstellung, der innere Dialog in Bezug auf meinen Körper waren noch nie so wichtig und essentiell.
Vital und flexibel sein ist mein natürlicher Zustand.
Das ist mein inneres Mantra, die Frequenz, die ich täglich nähren lerne.
Vielleicht ist dieses Mantra auch für dich etwas, das dir Kraft gibt und deine Zellen anregt, sich zu erinnern, dass sie frei von Anhaftung ans Leid sein dürfen.
Mir hilft es jedenfalls sehr, in noch schwierigen Phasen nicht zu verzweifeln und mein Energiefeld immer wieder ins Lebendige und Lebensbejahende zu shiften.
… und wie es mit meinem Weg ins aktive Sein im Detail weitergeht und wie viel ich diesen schönen Sommer an Bewegung zurückgewinnen darf und wie ich all das konkret im Alltag übe, liest Du im nächsten Blog-Beitrag …


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